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Alois Alzheimer
Deutscher Neuropsychiater (Markbreit, 1864 - Breslau, 1915)
1864 wird Alois Alzheimer in Markbreit in Bayern geboren. Er absolviert ein erfolgreiches Medizinstudium in Berlin, Würzburg und Tübingen, wo er 1887 seine Doktorarbeit abschließt, die die ersten histologischen Tabellen zu den "Ohrspeicheldrüsen" umfasst. Im folgenden Jahr wird er Assistenzarzt an der "Städtischen Anstalt für Irre und Epileptische" in Frankfurt (Psychiatrische Anstalt), wo er später Chefarzt wird.
Dort wird am 25. November 1901 eine 48-jährige Frau eingeliefert, Auguste D., die Anzeichen von Demenz zeigt. Zu dieser Zeit wird Demenz im Alter von den meisten Psychiatern als zeitbedingt und nicht als ungewöhnlich betrachtet. Alzheimer befragt und untersucht diese noch junge Patientin und notiert systematisch die Details ihres klinischen Bildes. 1903 verlässt er Frankfurt, um zuerst nach Heidelberg, und dann nach München zu gehen, wo er seine wissenschaftlichen Arbeiten fortsetzt und weiter als Arzt in der Psychiatrischen Universitätsklinik arbeitet. Der Direktor der Klinik, Emil Kraepelin, ist einer der beiden deutschen Psychiater dieser Zeit, die von der Relevanz der histologischen Forschung des Gehirns bei Geisteskrankheiten überzeugt sind. Aus dem Kliniklabor macht er übrigens ein Forschungszentrum für Pathologie und Histologie.
1906 verstirbt Auguste D.. Alzheimer führt die Autopsie am Gehirn durch und wendet dabei das histologische Silberimprägnationsverfahren an. Dadurch kann er die beiden der Krankheit spezifischen Gehirnschädigungen feststellen, die später nach ihm benannt wird: hohe Konzentration an Fibrillen in den Neuronen (Entartung der Fibrillen) und senile Plaques, die aus Amyloidablagerungen (schädliche Proteine) zwischen den Nervenzellen bestehen. Anlässlich der 37. Versammlung der südwest-deutschen Irrenärzte in Tübingen referiert er im November des selben Jahres im Rahmen eines Vortrags mit dem Titel "Über eine eigenartige Erkrankung der Hirnrinde" über seine Arbeit zur Pathologie dieser Patientin.
Doch Alois Alzheimers Arbeit geht noch weiter: Er veröffentlicht 70 Forschungsarbeiten zu verschiedenen Themen, wie die vaskuläre Demenz, die geistige Behinderung oder das Delirium. 1912 wird er Direktor der Königlich Psychiatrischen und Nervenklinik der Friedrich-Wilhelm-Universität in Breslau. Am Höhepunkt seiner Karriere angelangt, erkrankt der Neuropsychiater bald an einer Nierenschwäche, die ausartet, bis er am 15. Dezember 1915 verstirbt.
Später ist es Emil Kraepelin, der vorschlägt, die Krankheit nach Alzheimer zu benennen, seinem Kollegen und Freund, der diese besondere, vorzeitige Demenzerkrankung entdeckte.
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