Ein Interview mit HAPPYneuron-Gründer, Dr. Michel Noir

Michel Noir

HAPPYneuron-Gründer Dr. Michel Noir spricht darüber, wie Gehirntraining funktioniert und welchen Nutzen man daraus ziehen kann.

Welche grundlegenden physiologischen Mechanismen erklären, wie geistiges Training dem Gehirn zugute kommt?

Alles, was wir tun, basiert auf die Aktivierung neuronaler Netzwerke. Je mehr Regelkreise im Gehirn aktiviert werden, desto stärker sind die neuronalen Verbindungen, so dass der Zugang auf Informationen erleichtert wird, man eine größere geistige Flexibilität besitzt und Reaktionszeiten verkürzt werden. Dank Gehirnstimulationsübungen wie die, die von HAPPYneurons kognitiven Wissenschaftlern entwickelt werden, können genau diese neuronalen Netzwerke aktiviert werden, die das Wissen, das in unserem Gehirn gespeichert ist, zugänglich machen, wie z.B. in den Bereichen des Memorisierungskreis, Hinterhaupt- und Frontallappens bei Betrachtungs- / Strategieübungen, des Occipitallappens und verschiedenen Regelkreisen, die in der Kodierung von Formen und Positionen von Gegenständen beteiligt sind. Zurück nach oben

Weshalb ist es so wichtig, geistig aktiv zu bleiben?

Der erste Vorteil geistiger Aktivität ist, dass man länger im Leben geistig fit und gewissermaßen auch überlebensfähiger ist. Das bedeutet ein guter Zugang auf das mentale Lexikon, gute Merk- und Denkfähigkeiten, wirksame visuelle Verarbeitung, einwandfreies mündliches und schriftliches Verständnis, etc.. Geistig aktiv zu bleiben ist für unsere Lebensqualität im Alltag absolut wesentlich. Laut Forschungsergebnissen hilft uns Gehirnstimulation dabei, eine zerebrale Reserve zu bilden, die uns vor neurodegenerativen Krankheiten, wie Alzheimer schützt. Letzterer Punkt ist ein weiterer wichtiger Vorteil. Zurück nach oben

Wie verändern sich diese Vorteile im Laufe des Lebens? Können Sie die spezifischen Vorteile des Gehirntrainings für Kleinkinder, Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, Personen mittleren Alters und ältere Erwachsene kurz erläutern?

Wenn wir geboren werden, sind nicht all unsere kognitiven Fähigkeiten vollkommen entwickelt. Es dauert z.B. einige Monate, um seine vollen Sehfähigkeiten zu entwickeln. Es dauert einige Jahre, um ausreichende Speicherstrategien zu entwickeln (Im alter von 11 Jahren die Zusammenfassung in Untergruppen, um sich eine Liste von Wörtern zu merken, während jüngere Kinder sich eher darauf verlassen, Formen oder Farben zu gruppieren, was wesentlich weniger wirksam ist). Dies trifft auch auf den Sprachbereich zu, ob es nun um gesprochene (Wörter lernen, Grammatik- und Rechtschreibregeln, Ausdruck, Verständnis) oder geschriebene (lernen zu schreiben und zu lesen) Sprache geht, es dauert Jahre bis ein Mensch seine kognitiven Fähigkeiten beherrscht. Andererseits bringt der Alterungsprozess eine graduelle Abnahme aller kognitiven Fähigkeiten mit sich, die mit der Zeit vollendet worden waren.

Kognitive Übungen machen also in jedem Alter Sinn. Kindern helfen sie dabei, ihre Aufmerksamkeit, räumlich-visuellen oder sprachlichen Fähigkeiten früher zu schärfen, einem Kind bringen sie aber auch bei, wirksame Lern- und Merkstrategien zu benutzen, die es auch auf sein Alltagsleben zu übertragen lernen wird. HAPPYneurons "Max & Claire" CD-Rom-Reihe bietet Übungen speziell für Kinder.

Mit kognitiven Übungen können Jugendliche z.B. mögliche Konzentrationsprobleme lösen (Unaufmerksamkeit, schwacher Widerstand gegenüber äußeren Störeinflüssen), Sprachregeln für einen besseren Redefluss benutzen, um ihre Merkstrategien, auf die sie sich während ihrer gesamten Schullaufbahn verlassen werden müssen, zu optimieren.

Weiterhin ist auch erwiesen, dass es wichtig für die Karriere ist, exzellente kognitive Fähigkeiten zu haben: Für viele Jobs ist es wichtig, zu jedem Zeitpunkt ein angemessenes Sprachverständnis zu besitzen, seine Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Aktivität richten zu können, oder schnell und präzise zu sein… Daher also wieder die Notwendigkeit, sein kognitives Potenzial regelmäßig zu aktivieren. Und jungen Erwachsenen wird es genauso zugute kommen, wie Personen mittleren Alters.

Kognitives Training ist im Alter der Rente besonders angezeigt, da der Renteneintritt auch weniger kognitive und soziale Stimulation mit sich bringt. Kognitive Stimulationsübungen wie die, die von HAPPYneuron entwickelt werden, beanspruchen alle Aspekte der Kognition (Sprache, logische Denkfähigkeiten, Gedächtnis, Wahrnehmung, Konzentration), um mental rege zu bleiben und den möglichen Eintritt einer Demenz zu verzögern. Zurück nach oben

Welche ist die beste Art geistiger Aktivität? Können Sie uns mehrere spezifische Beispiele geben?

Von der "besten" geistigen "Aktivität" oder "Übung" zu sprechen, ist ein Irrtum. Es ist so, dass das Gehirn all Aspekte der Kognition trainieren, um völlig und so lange wie möglich geistig rege und demnach auch überlebensfähig zu bleiben. Dank seines Betreuungssystems sichert das HAPPYneuron-Programm dem Benutzer ein Crosstraining aller mentalen Aktivitäten zu. Auf diese Weise, und selbst wenn der HAPPYneuron-Benutzer zum Beispiel ein großer Fan von Sprachübungen, werden ihm regelmäßig Übungen vorgeschlagen, die das Gedächtnis, das geistige Vorstellungsvermögen oder die logischen Denkfähigkeiten beanspruchen.

Übungen für das geistige Vorstellungsvermögen sind z.B. sehr nützlich, um eine Aktion zu antizipieren (versuchen, sich in einer zukünftigen Aktion zu visualisieren), sich anhand dessen, was eine Person sagt, an ihre Stelle zu setzen, um sich die Speicherung einer Information zu erleichtern (ein gedankliches Bild/Vorstellung einer Information, die man sich merken muss, erstellen und so einfacher merken), ein Problem zu lösen (Kopfrechnen), sich besser im Raum zu orientieren (eine Route gedanklich visualisieren), seine Fähigkeit zu mentaler Rotation oder zum Vergleich von Gegenständen, wenn diese Gegenstände nicht wirklich da sind, verbessern. HAPPYneuron hilft also dabei das geistige Vorstellungsvermögen durch wirksame Übungen zu verbessern, wie z.B. ausgehend von einer dreidimensionalen Ansicht seine Position auf einer Landkarte wiederfinden oder zu bestimmen, ob Ihnen eine linke oder eine rechte Hand gezeigt wird. Zurück nach oben

Wenn es um körperliche Bewegung geht, gibt man oft Anweisungen, wie z.B. "Sie sollten mindestens 30 Minuten halb-intensives Aerobic-Training, mindestens 5-mal pro Woche machen." Kann man bei geistigem Training ähnliche Empfehlungen geben?

Natürlich! Während der Übungen muss man hochkonzentriert sein, so dass Gehirntrainingseinheiten von 30 bis 45 Minuten empfehlen. Und genauso, wie bei körperlicher Bewegung müssen geistige Übungen regelmäßig gemacht werden, daher legen wir den Benutzern nahe, 2 bis 3 Sitzungen pro Woche zu machen.

Außerdem ist es auch wichtig die Übungen abzuwechseln, denn genauso wie es wichtig ist, alle Muskeln zu trainieren und z.B. nicht nur den Bizeps, sollten alle kognitiven Fähigkeiten trainiert werden.

Schließlich sollte die Schwierigkeitsstufe jeder einzelnen Person angepasst werden, um Rückschläge, Motivationsverlust und Langeweile zu vermeiden, denn das wiederum könnte dazu führen, dass die Person mit dem Training aufhört. Daher bietet HAPPYneuron ein Vielfalt von Übungen mit unterschiedlichen Varianten, zahlreichen Schwierigkeitsstufen, klaren Anleitungen und ansprechenden Graphiken um sicherzustellen, dass das Training des Benutzers abwechslungsreich, spaßig und motivierend ist. Wir haben auf unserer kognitiven Trainingswebsite ein intelligentes Betreuungssystem integriert, so dass der "Coach" stets die angemessene Schwierigkeitsstufe vorschlagen kann, die genau die richtige Herausforderung für den Benutzer darstellt, und sich dabei auf eine beachtliche komparative Datenbank von Analysen und Feedback von Benutzerergebnisse basieren kann. Mehr Details zur HAPPYneuron-Methode finden Sie auf unserer Website. Zurück nach oben

Inwiefern wird Gehirntraining in seiner Rolle als Aufrechterhaltungsmaßnahme der Gehirnfunktionen wirklich missverstanden?

Der größte Irrglaube besteht darin, dass man glaubt, dass ein oder zwei Trainingseinheiten hier und dort Ihnen urplötzlich dabei helfen werden, sich zu verbessern. Genauso können Sie glauben, dass Sie sich wie durch ein Wunder von einer neurodegenerativen Krankheit erholen können.

Es ist auch falsch, andere stimulierende Aktivitäten nicht in Betracht zu ziehen und nicht auf seine Lebensweise zu achten, wie z.B. genügend Schlaf, eine gesunde und ausgewogene Ernährung, regelmäßige körperliche Bewegung und sich von Drogen fernzuhalten.

Zusätzlich zu einer lebenslangen gesunden Lebensweise sollte man auch unbedingt stimulierende und abwechslungsreiche Gehirnaktivitäten. Zurück nach oben

Gibt es vielleicht andere Informationen zu Ihnen oder Interessen, die Sie mit uns teilen möchten:

Dr. Noir ist ein Kognitionspsychologe mit kreativem Werdegang, u.a. ist er der Autor von 15 Bücher zu diversen Themen geschrieben, von Pädagogik, über Kunst oder Krimis, bis hin zu Gehirntraining und kognitiven Spielen. Vor der Gründung des Unternehmens hatte er eine bedeutende Karriere als Minister an der französischen Regierung. Seinen Ph.D. in Erziehungswissenschaft und seinen Diplom in Kognitiver Psychologie nach beendetem Studium erhielt er an der Universität zu Lyon in Frankreich. Seinen Diplom und Masters in Jura erwarb er am renommierten Institut für Politwissenschaft in Paris (Science Po). Zurück nach oben

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